Typen: Drüsen und Planeten

Textauszüge aus dem Buch "The Theory of Celestial Influence" von Rodney Collin.

Die drei Aspekte von Drüsen

Die sieben Aspekte von Drüsen

Körpertypen

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Rodney Collin

Tradition

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Die Tradition griechischer, arabischer und mittelalterlicher Astrologie, die von der parallelen Tradition der Alchimie nicht zu trennen war, glaubte, daß alle Geschöpfe auf der Erde zu unterschiedlichen Graden empfänglich sind für gewisse unbestimmte Emanationen der Fixsterne, der Sonne, Planeten und des Mondes. Diese Empfänglichkeit entstand durch die Wirksamkeit der Affinität, d.h. unterschiedliche Geschöpfe beinhalteten in variierenden Anteilen Substanzen oder Materie ähnlich derjenigen, die charakteristisch für die verschiedenen himmlischen Sphären waren und deren Potenz zu- und abnahm in Übereinstimmung mit der Zu- und Abnahme ihrer Archetypen. Diese Affinitäten waren sehr kompliziert. Man nahm zum Beispiel von allen Metallen an, daß sie eine allgemeine Affinität zu Saturn haben, während Kupfer eine untergeordnete Empfindlichkeit zu Venus besaß, Eisen zu Mars und so weiter.

Vom Menschen glaubte man, daß er in sich alle Affinitäten enthielt und daß diese getrennten Affinitäten in unterschiedlichen Organen und Teilen errichtet waren, auch wenn ihre genaue Ortsbestimmung von einer Periode zur anderen beachtlich variierte. Daraus folgte, daß ein Mensch, der ein Organ oder einen Bereich weit entwickelt hatte, dessen Schwerpunkt dort sozusagen lag, sich einer besonderen Affinität oder Empfindsamkeit mit dem damit verbundenen Planeten erfreute. Er entsprach diesem Typ.
Tatsächlich sind in der Geschichte viele Versuche unternommen worden, auf diese Weise in verschiedene Typen von Menschen zu unterscheiden und für sie zu sorgen, angefangen bei den mittelalterlichen und orientalischen Kastensystemen über die verschiedenen "Orden" der Römisch Katholischen Kirche bis hin zu den Einteilungen der heutigen Zeit nach Blut und endokrin.
Doch niemals war diese Idee so vollständig entwickelt wie in der astrologischen Lehre des Mittelalters und die allgemeine Idee der Regierung verschiedener Organe durch verschiedene Planeten führten dann zu einigen interessanten Versuchen, die sogenannten planetarischen Typen zu beschreiben.50 Es ist ein offenkundiger Tribut an die astronomisch-alchimistischen Schulen des 13.-17. Jahrhunderts, daß obwohl sämtliche Überbleibsel ihres Systems schon seit langem verschollen sind, die von ihnen in diesem Zusammenhang gebrauchten Wörter (vor allem im Englischen) in allgemeinen Gebrauch übergegangen sind und dem gewöhnlichen Menschen wahrscheinlich noch immer die bestmögliche Idee von Typen vermitteln, die ohne besondere Vorbereitung möglich ist.

Diese englischen Begriffe sind lunatic, mercurial, venereal, martial, jovial and saturnine [zu deutsch etwa: irrsinnig, unbeständig, geschlechtlich, kriegerisch, heiter, melancholisch.]

Die Korespondenzen, die aus den Affinitäten zwischen Mensch und dem Sonnensystem abgeleitet worden sind, verbinden jeden Typ mit seinem korrespondierendem Planeten. Natürlich bezog sich ‚lunarisch' ursprünglich auf den Typ, der von der Funktion dominiert wird, die eine Affinität zum Mond besitzt und erst später kam es dazu, daß er sich insbesondere auf die anomalen Menschen dieses Typs bezog.
Auf ähnliche Weise bezog sich das Wort ‚venerisch' allgemein auf diejenigen, die eine Affinität zu Venus besitzen.

Die Begrenzungen und Fehler, die Astrologie sich sogar auf ihrem eigenen Gebiet zugestehen mußte: Zunächst einmal war sie niemals in der Lage, vorzuschlagen, wie planetarische Einflüsse übertragen wurden, durch welches Medium sie ihre Kraft auf irdische Geschöpfe ausübten. Diese besondere Kluft können wir nun, wenn alle unsere Ableitungen über Magnetfelder zutreffend sind, beginnen zu füllen. Auch hier machte es die Tatsache, daß die Planeten Uranus und Neptun bis dahin noch unentdeckt waren, notwendig, bestimmte verwirrende Effekte und Phänomene auf die damals bekannten Planeten zurückzuführen, wo sie - nicht einmal nach astronomischen Standards - eindeutig nicht paßten. Auch hier scheinen moderne astronomische Entdeckungen das Hauptargument der Astrologie eher zu klären als durcheinanderzubringen.

Das Wichtigste von allem war jedoch, daß Astrologie unausweichlich weggeführt wurde von ihrem ursprünglich objektiven Studium der Korrespondenzen und Tendenzen hin zu Prognose und Wahrsagen. Ohne notwendig unwahr zu werden hat sie unwiderruflich ihren Ruf verwirkt, eine genaue Wissenschaft zu sein. Die Kombination der Einflüsse und Affinitäten für die sie Raum ließ waren so ausgearbeitet, sich ständig wandelnd und so subtil, daß offensichtlich kein Mensch das korrekte Ergebnis durch reine Berechnung ableiten konnte. Er konnte niemals mit Bestimmtheit wissen ob er nicht irgendeinen wichtigen Faktor übersehen hatte oder die relative Wichtigkeit derjenigen, die er erkannt hatte falsch bestimmt hatte.

Jede endokrine Drüse oder ihr assoziiertes Nervengeflecht ist für den Magnetismus eines bestimmten Planeten empfänglich. Dieser bestimmte Magnetismus wird natürlich dann am stärksten sein, wenn der Planet im Zenit steht und vertikal durch die geringste Dicke der Atmosphäre scheint, genau wie das Licht und die Wärme der Sonne Mittags am stärksten ist. Je tiefer er am Himmel sinkt und je spitzer der Winkel, in dem sein Einfluß deshalb die Lufthülle durchqueren muß um so schwächer ist seine Wirkung, wie bei der Sonne am Morgen und am Abend. Befindet er sich vollständig unterhalb des Horizontes, wird diese Wirkung nur in einer diffusen Form gespürt werden, stark verändert durch den eigenen Magnetismus der Erde. Die Höhe eines gegebenen Planeten am Himmel wird deshalb ein genaues Maß für den Grad an Stimulation sein, der für die korrespondierende Drüse zu einem gegebenen Zeitpunkt zugeführt wird.

Die drei Aspekte von Drüsen

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Jede Drüse hat drei Aspekte, die mit den drei Nervensystemen verbunden sind. Da einige Aspekte vor anderen tätig werden, während einige im gewöhnlichen Menschen überhaupt noch nicht aktiviert sind, scheint es richtig zu sein, sich diese Aspekte vorzustellen, die zu verschiedenen Zeitpunkten betriebsfähig gemacht werden um dann mit den planetarischen Stimuli tätig zu werden.

Der erste und elementarste Aspekt, der allgemein mit Erblichkeit verbunden ist, wird durch die Anordnung der Chromosomen in der Eizelle aufgebaut während des kritischen Zeitpunkts der Empfängnis und durch die Anordnung der Planeten während dieser Zeit bestimmt. Diese Anordnung entscheidet genau darüber, was - aus den unendlichen Ressourcen der Rasse - der zukünftige Mensch von seinen Eltern und Vorfahren ererbt
Der zweite Aspekt und das, was wahrscheinlich hauptsächlich dafür verantwortlich ist, was wir normalerweise als individuellen Typ erkennen, wird zum gleichermaßen kritischen Zeitpunkt der Geburt eingerichtet, wenn das Baby plötzlich aus der Isolation des Mutterschosses entfernt, das erste Mal der Luft und direkter solarer und planetarischer Strahlung ausgesetzt ist. Zu diesem Zeitpunkt empfangen die Drüsen in ihrem zweiten Aspekt jede einen unterschiedlichen und genauen Anstoß, die sie sowohl bei Einsetzen ihrer Tätigkeit als auch in ihren Einstellungen für das Leben festlegen
Ihr dritter und potentieller Aspekt könnte dann zu einem späteren Zeitpunkt eingestellt werden, dessen genaues Datum schwierig zu bestimmen ist. Dieser dritte Aspekt muß nämlich mit möglichen menschlichen Funktionen verbunden sein, die sich aus dem Wachstum einer Seele entwickeln.

Der erste der drei Aspekte der Drüsen ist bestimmend für erbliche Essenz, der zweite für individuelle Essenz und der dritte für Quintessenz - das versteckte und mögliche Prinzip der Einheit. Wir werden den ersten und dritten Aspekt zunächst ignorieren und uns auf den zweiten Aspekt der Drüsen konzentrieren, durch planetarische Stimuli in Gang gebracht und kallibriert zum Zeitpunkt der Geburt, von dem die physische Natur des Menschen als Individuum abhängt, das heißt, das was wir normalerweise als seinen Typ erkennen.

Die meisten Studien über Typen während des letzten Jahrhunderts beruhen auf einer dreifältigen Teilung, die wiederum aus den ektodermalen, mesodermalen und entodermalen Bahnen des Embryos abgeleitet sind. Da es anscheinend normalerweise unmöglich ist, Dinge durch das Gesetz der Drei und das Gesetz der Oktaven gleichzeitig zu studieren und man muß entweder das Eine oder Andere als Grundlage einer Klassifizierung wählen.

Die sieben Aspekte von Drüsen

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Hier werden wir uns deshalb eher auf die subtilere siebenfältige Einteilung der Typen konzentrieren, die auf der Endokrinologie beruht als auf die Dreiteilung, die auf den drei ‚Stockwerken' des Körpers beruht. Die beiden Einteilungen schließen sich nicht gegenseitig aus: sie sind einfach nur von einem unterschiedlichen ‚Fokus' abhängig.

Gleichzeitig muß man sich daran erinnern, daß es so etwas wie reine Typen nicht gibt, da in jedem Menschen alle Drüsen funktionieren müssen und er nicht in der Lage ist zu leben, wenn nur eine einzige zerstört ist. Darüber hinaus beeinflußt jede Drüse jede andere und wird von jeder anderen beeinflußt, so daß es in der Praxis unmöglich ist, die Wirkung irgendeiner zu ‚isolieren'. Wenn wir die sogenannten ‚Typen' studieren, bedeutet das deshalb lediglich, daß wir extreme oder sogar pathologische Fälle der Dominanz der einen oder anderen Drüse zu finden versuchen um dadurch ihre besondere Natur zu bestimmen. Und trotzdem haben solche Beschreibungen etwas abgeschmacktes und unrichtiges so wie es sich auch beim ‚Durchschnittsmensch' von statistischen Untersuchungen zeigt. Sie erinnern uns beide an diejenigen, die wir kennen und lassen zur gleichen Zeit alles außer acht was lebendig und interessant an ihnen ist.

Körpertypen

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Irgendwelche Typenbeschreibungen anhand von Drüsen sind unwirklich und abstoßend, da sie uns aufgrund ihrer eigenen Natur von Vervollkommnung und gesunder Normalität fort tragen. In einem ‚vollkommenen' Menschen würde die Wirkung der Drüsen genau ausgeglichen sein und je näher ein Mensch an diese Ausgeglichenheit herankommt um so weniger ist es möglich, ihn als einen Typ zu klassifizieren. Der ideale Organismus würde eine Synthese aller Typen sein. Solche Menschen würden sich jedoch bereits außergewöhnlicher Fähigkeiten erfreuen und anscheinend werden diese nicht zufällig erzeugt. Die dargestellten Vignetten müssen deshalb als "Karikaturen von Drüsen" angesehen werden.

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